Rufumleitung einrichten: Anleitung für Telekom, Vodafone, 1&1 und o2

PraxisFlorian Lammers9 Min. Lesezeit

Wie Sie Anrufe weiterleiten, wenn niemand rangeht — mit den richtigen Tastencodes je Anbieter, dem Unterschied zwischen Festnetz und Handy, und der Prüfung, ob es wirklich funktioniert.


Eine Rufumleitung ist schnell eingerichtet — und fast genauso schnell falsch eingerichtet. Der häufigste Fehler kostet nichts, fällt aber wochenlang niemandem auf: Das Telefon im Betrieb klingelt gar nicht mehr.

Zuerst: es gibt zwei verschiedene Rufumleitungen

Die meisten Anleitungen im Netz unterscheiden das nicht, und genau daran scheitern die Einrichtungen. Eine Umleitung kann entweder im Telefonnetz Ihres Anbieters liegen oder in Ihrem Router.

1&1 schreibt in der eigenen Hilfe ausdrücklich, dass der Router für die Rufumleitung eine neue Telefonverbindung aufbaut und dadurch je nach Tarif zusätzliche Kosten entstehen können.

Unsere Empfehlung ist deshalb eindeutig: netzseitig umleiten. Die Router-Variante nur, wenn es netzseitig nicht geht. Der Grund ist nicht nur das Geld — solange ein umgeleiteter Anruf läuft, ist einer Ihrer Kanäle belegt, und Sie können selbst nicht mehr telefonieren. Genau das soll die Umleitung ja verhindern.

Welche Umleitung Sie brauchen — und welche nicht

Es gibt vier Arten. Für den Fall „niemand geht ran“ ist nur eine davon richtig.

Merksatz fürs Telefon: Sechs-Eins, nicht Zwei-Eins.

Fast alle Anleitungen im Netz erklären die 21er-Variante, weil sie die einfachste ist. Wer sie einrichtet, hat ab diesem Moment kein klingelndes Telefon mehr im Betrieb — jeder Anruf geht sofort weiter, auch wenn drei Leute im Büro sitzen. Auffallen tut das erst, wenn sich ein Stammkunde wundert. Und weil das Telefon nicht klingelt, sucht dort niemand den Fehler.

Die Tastencodes — Festnetz und Handy sind verschieden

Die Codes stammen aus einem internationalen Standard und sind bei allen deutschen Netzbetreibern gleich. Was sich unterscheidet, ist das Kundenportal — nicht der Code. Ein Unterschied ist allerdings entscheidend und kostet regelmäßig zwei Minuten am Telefon.

Am Handy: zwei Sternchen

Die Wartezeit ist begrenzt. o2 nennt 5 bis 30 Sekunden. Wer 45 eingibt, bekommt entweder eine Fehlermeldung oder still den Vorgabewert.

Am Festnetz: ein Sternchen

Das ist die Stolperstelle. Wer den Handy-Code am Festnetz eingibt, bekommt ein Besetztzeichen und hält das Gerät für kaputt.

Der Weg über das Kundenportal, je Anbieter

Telekom

Im Telefoniecenter anmelden, Rufnummer wählen, auf „Weiter“, dann im Bereich „Erreichbarkeit“ auf „Anrufweiterleitung“ und „Weiterleitung hinzufügen“. Zum Abschalten dort „Weiterleitung deaktivieren“.

Falle in der „Mein Magenta“-App: sie bietet nur die sofortige Rufumleitung an — also genau die falsche. Die bedingten Umleitungen stehen in der Voicemail-App oder gehen per Tastencode.

Vodafone

Über meinvodafone.de oder die MeinVodafone-App: Vertrag wählen, Einstellungen, Rufumleitung. Bei Prepaid-Tarifen ist die Rufumleitung nicht in jedem Fall freigeschaltet; wenn der Code eine Fehlermeldung bringt, hilft die Hotline 1212.

o2

In der Mein o2 App unter „SIM verwalten“ und dort „Anruf- & Mailboxeinstellungen“.

1&1

Im 1&1 Control-Center unter Telefonie. Am Router ginge es auch — über Telefonie, Rufbehandlung, Rufumleitung, „Neue Rufumleitung“ —, aber das ist genau die routerseitige Variante mit der zweiten Verbindung. Wenn das Control-Center die Umleitung anbietet, richten Sie sie dort ein.

FRITZ!Box (anbieterunabhängig)

Im Browser fritz.box aufrufen, dann Telefonie, Rufbehandlung, Reiter „Rufumleitung“, „Neue Rufumleitung“. Dort wählen Sie, welche Anrufe umgeleitet werden und wohin. Nehmen Sie diesen Weg nur, wenn netzseitig nichts geht.

🔴 Die Reihenfolge, an der die meisten scheitern

Die Codes stehen oben, und trotzdem geht es bei vielen im ersten Anlauf schief. Der Grund ist fast nie ein Tippfehler, sondern die **Reihenfolge**.

  1. **Erst die Zielnummer prüfen.** Rufen Sie sie direkt an. Meldet sich dort, was sich melden soll? Wenn nicht, ist alles Weitere umsonst — und im schlimmsten Fall leiten Sie auf einen fremden Anschluss.
  2. **Dann DREI Umleitungen setzen**, nicht eine: bei besetzt, bei Nichtmelden, bei nicht erreichbar.
  3. **Dann abfragen**, ob wirklich alle drei stehen.
  4. **Dann testen — von einem fremden Telefon.**
⚠️ Schritt 4 ist der, den man falsch macht: Bei vielen Anbietern greift eine Umleitung **nicht**, wenn Sie sich selbst anrufen. Auch nicht vom zweiten Handy im selben Vertrag. Es braucht ein fremdes Gerät.

**Und lassen Sie durchklingeln.** „Bei Nichtmelden“ greift erst nach 15 bis 20 Sekunden. Wer selbst testet, legt vorher auf und hält die Umleitung für kaputt — zwanzig Sekunden fühlen sich am eigenen Telefon sehr lang an.

Der Schritt, den fast jede Anleitung ausläßt: nachsehen

Eine eingerichtete Umleitung sagt nichts. Eine abgefragte schon. Tippen Sie *#61# und drücken Sie auf Anrufen — das Telefon zeigt Ihnen, ob eine Umleitung bei Nichtmelden aktiv ist und wohin sie geht.

Diese Abfrage ist die einzige Rückmeldung, die Sie selbst haben. Ohne sie wissen Sie nur, dass Sie etwas eingetippt haben.

Und dann die eigentliche Probe: Lassen Sie sich von einem fremden Handy anrufen, lassen Sie es klingeln und heben Sie nicht ab. Nach etwa zwanzig Sekunden muss die Umleitung greifen. Erst wenn dieser Anruf am Ziel ankommt, ist die Einrichtung bewiesen — alles davor ist Absicht.

Wenn etwas schiefgeht

Für den Notfall gibt es einen Code, der alle Umleitungen auf einmal löscht: ##002# und dann auf Anrufen. Danach ist alles wie vorher. Merken Sie sich diesen Code, bevor Sie anfangen — er nimmt der ganzen Sache die Angst.

Zwei Fälle, in denen diese Anleitung nicht greift

Wie lange soll es klingeln?

Fünfzehn bis zwanzig Sekunden entsprechen vier bis fünf Klingelzeichen. Weniger wirkt hektisch — Sie hätten vielleicht doch abgehoben. Mehr, und ein Teil der Anrufer legt vorher auf. Zwanzig Sekunden sind ein guter Ausgangswert.

Warum drei Umleitungen und nicht eine

Der häufigste Fehler in dieser ganzen Anleitung ist, dass jemand **eine** Umleitung setzt und glaubt, damit sei die Sache erledigt. Es gibt vier, und sie decken vier verschiedene Situationen ab:

🔴 **Der Anruf, den Sie tatsächlich verpassen, kommt fast nie über die Umleitung, die Sie gesetzt haben.** Sie stehen auf einem Dach, das Handy liegt im Auto — das ist „nicht erreichbar“. Sie telefonieren mit dem Großhandel — das ist „besetzt“.

Wer eine von vier Türen abschließt, hat nicht abgeschlossen.

**Und ein Grenzfall, den kaum jemand kennt:** Wer einen Anruf *wegdrückt*, erzeugt bei manchen Anbietern „besetzt“ und bei anderen „Nichtmelden“. Ist nur eine der beiden gesetzt, verschwindet der Anruf — und der Fehler tritt nur *manchmal* auf, was die Suche danach besonders zäh macht.

Und wohin leiten Sie um?

Eine Umleitung ist nur so gut wie ihr Ziel. Wenn am Ende wieder eine Mailbox steht, verschiebt sie das Problem um zwanzig Sekunden. Was ein KI-Telefonassistent an dieser Stelle tatsächlich leistet — und wo er zuverlässig scheitert — steht in unserer ehrlichen Bestandsaufnahme.

Ob sich das rechnet, hängt weniger an der Zahl der verpassten Anrufe als daran, wie viele davon überhaupt echte Kunden sind. Wir haben die übliche Verlustrechnung nachgerechnet und eine ehrlichere Variante aufgeschrieben.

Und wenn Sie zwischen Mailbox, Sekretariatsservice und KI-Assistent schwanken: die fünf Prüfpunkte helfen beim Vergleich.

Wie sich ein solcher Assistent anhört, können Sie auf sayvio.de ausprobieren — ohne Registrierung.

Häufige Fragen

Wie richte ich eine Rufumleitung ein, wenn niemand rangeht?

Am Handy mit **61*ZIELNUMMER# und der grünen Hörertaste, am Festnetz mit *61*ZIELNUMMER#. Die Kennung 61 steht für „bei Nichtmelden“ — das ist die richtige für den Fall, dass niemand abhebt. Alternativ geht es über das Kundenportal Ihres Anbieters.

Was ist der Unterschied zwischen 21 und 61?

Die 21 leitet jeden Anruf sofort und bedingungslos um — Ihr Telefon klingelt dann gar nicht mehr. Die 61 greift erst, wenn nach einigen Sekunden niemand abgehoben hat. Für Betriebe ist fast immer die 61 gemeint; die 21 wird versehentlich eingerichtet, weil die meisten Anleitungen im Netz sie erklären.

Warum funktioniert der Code am Festnetz nicht?

Weil das Festnetz ein Sternchen verlangt und das Handy zwei. *61*ZIELNUMMER# am Festnetz, **61*ZIELNUMMER# am Handy. Wer den Handy-Code am Festnetz eingibt, bekommt ein Besetztzeichen und hält das Gerät für defekt.

Wie prüfe ich, ob die Rufumleitung wirklich aktiv ist?

Mit *#61# und der Anruftaste zeigt das Telefon an, ob eine Umleitung bei Nichtmelden gesetzt ist und wohin. Danach die eigentliche Probe: von einem fremden Anschluss anrufen lassen, klingeln lassen, nicht abheben. Erst wenn dieser Anruf am Ziel ankommt, ist die Einrichtung bewiesen.

Wie schalte ich alle Rufumleitungen wieder aus?

##002# und die Anruftaste löscht sämtliche Umleitungen auf einmal. Eine einzelne schaltet ##61# ab. Diesen Code sollte man sich merken, bevor man anfängt.

Kostet eine Rufumleitung Geld?

Netzseitige Umleitungen sind in aller Regel im Tarif enthalten. Leitet dagegen Ihr Router um — etwa eine FRITZ!Box —, baut er eine zweite Telefonverbindung auf; 1&1 weist in der eigenen Hilfe darauf hin, dass dadurch je nach Tarif Gesprächskosten entstehen können. Zudem ist währenddessen einer Ihrer Gesprächskanäle belegt.

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